Kaffee / Kaffeekohle

Coffea arabica
Hauptwirkung

Erregbarkeit der reflexiven Potentiale, besonders im Vorderhirn, wird verstärkt


Sinnesorgane

Die Sinnesorgane werden sensibler

„Als tägliches häufiges Getränk führt er zur allgemeiner Schwächlichkeit, Zittern, Bleichsucht und Empfindelei“ (Hahnemann / Apothekerlexikon 1793)

Neurologie / Gehirn

Koffein ähnelt in seiner chemischen Struktur Adenosin, welches Müdigkeit signaliert und verdrängt dieses an den Rezeptoren. Koffein wirkt besonders stark im Assoziationskortex

  • Koffein stellt die Kopfgefäße enger
  • bei Kopfschmerzen und Migräne infolge mangelnder Sauerstoffzufuhr, in der Anfangsphase, mit frisch gepresstem Zitronensaft
  • Koffein ist ein Gegenmittel bei Morphin-, Äther- und Alkoholvergiftung und anderen zentral lähmenden Giften
  • es verstärkt die Wirkung von Schmerzmitteln und fiebersenkende Medikamenten
  • neuroprotektiv bei Parkinson, ein symptomatisches Therapeutikum


Kardiologie

Koffein ist ein Analeptikum – bei Gefäßerschlaffung und Gefäßkollaps bei Infektionskrankheiten

  • bei Atemlähmung (Vergiftung, Narkose) durch Anregung des Atemzentrums
  • es erhöht nicht den Blutdruck wenn man Kaffee gewöhnt ist. Bei Hypertonie jedoch erhöhte Apoplexiegefahr
  • stimuliert das Herz ähnlich wie Streß
  • verstärkt die Herzkonzentration

Innere Medizin

Die Gastrinbildung wird angeregt:

  • Magensäurebildung anregend
  • Senkt das Risiko für Gallensteinbildung
  • Das Leber- und Darmkrebsrisiko sinkt
  • Blutzucker wird bis zu 7% gesenkt, jedoch das LDL-Cholesterin erhöht
  • Grüner Kaffee hilft bei der Fettverbrennung

Kaffeekohle, pulverisiert gegen:

  • dyspeptische Beschwerden
  • chron. Enteritiden
  • Durchfall
  • Meteorismus
  • Entzündungen und Infektionen der Mundhöhle
  • Entgiftung von Schwermetallbelastungen, z.B. bei Amalgambelastung
  • Entgiftung von Umweltchemikalien wie z.B. Tenside, Phenole oder Tetrachlorkohlenstoffe
  • Entgiftung von Arzneimitteln wie z.B. Schlaf- und Schmerzmittel
  • Entgiftung von Bakterientoxinen, Bakterien und Mykotoxinen
  • bindet Fäulnis- und Gährungsprodukte
  • bindet Histamin

Urologie

Über die Nieren wirkt Kaffee leicht entwässernd

Frauenheilkunde

Für Frauen ist Kaffee ein Aphrodisiakum, falls diese ihn nicht gewöhnt sind
Bei Schwangeren steigt die Halbwertzeit um das fünffache, fetales Wachstum wird verlangsamt und das Geburtsgewicht gesenkt. Ratsam ist, während der Schwangerschaft auf Kaffee zu verzichten
Kann Hitzewallungen verstärken
Schmerzempfindlichkeit bei Unterleibskrämpfen kann verstärkt werden
Der Abbau ist je nach Genprofil jedoch recht unterschiedlich

Endokrinologie

Bei Schilddrüsenüberfunktion Kaffee besser meiden

Haut

Das Risiko an

  • Rosacea zu erkranken ist bei Kaffeetrinker um ein Viertel reduziert (Li S et al 2018)


Geriatrie

  • Die Schlafqualität wird durch Abfall der Atemfrequenz verbessert
  • eventuell kann der Ausbruch von Alzheimer verzögert werden

Psyche

Die weltweit am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz

  • leicht antidepressiv, die Stimmung wird u.U. euphorisch. Freisetzung von Endorphinen, Dopamin, Katecholamin und Serotonin wird gefördert
  • Anregung der Gedankentätigkeit und Auffassungsgabe

Die Rezeptoren für das schlaffördernde Adenosin werden besetzt. Zuerst tritt für 15 Minuten eine schlaffördernde Wirkung ein, danach die wachmachende Wirkung, durch:

  • Durchblutungsförderung: Anregung der Vasomotoren und des peripheren Kreislaufes
  • Adrenalinausschüttung
  • die Koronarien werden weitgestellt, Herzversagen um 11% reduziert
  • das Herzreizleitungssystem wird sensibilisiert

Dosierung / Anwendungsform

Tagesdosis:
Kaffebohnen: bis 15 g, bis zu 4 Tassen unbedenklich; Tageshöchstdosis: 400 mg Koffein
Kaffekohle : 3 x 3 g gemahlenes Pulver bzw. mehrmals tgl. 1 Messerspitze oder 1 gestrichenen  TL voll (ca. 3 g) in Wasser verrühren und einnehmen. Lokale Anwendung: Mit Wattebausch oder Zerstäuber aufstäuben; z.B. Karbo Königsfeld

Nebenwirkung / Kontraindikation

Suchtpotential: 14 Tage depressive Symptomatik bei Entzug
Überdosis: Herzrasen, Unruhe, Angst, Gedankenflucht, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Kalzium- und Magnesium-Mangel
Koffein wird sublingual resorbiert und von der Leber z.T. herausgefiltert. Unverträglichkeit weist hin auf eine Leberschwäche
Je nach genetischer Ausstattung wird das Koffein unterschiedlich schnell abgebaut: es gibt schnelle und langsame Acetylierer
Nebenwirkungen:
Magenüberreizung, Sodbrennen, Durchfall
Erbrechen und Bauchkrämpfe gelten als erste Hinweise auf Vergiftung
Langfristig kann es zu Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Herzklopfen und Kopfschmerzen kommen
Mehr als 4 – 6 Tassen ungefilterter Kaffe erhöht den Cholesterinspiegel um 11%
Kontraindikationen:
Ulcus ventriculi und duodeni, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion
Schwangerschaft:
Möglichst meiden, keinesfalls mehr als 3 Tassen



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