Kurkuma | Gelbwurz

Curcuma longa
Hauptwirkung

Choleretisch (Gallenproduktion und Galleabsonderung fördernd) und dadurch verdauungsfördernd,
Regulation entzündungsfördernder Zytokine

Sinnesorgane

Auge:

  • Uveitis, chronisch anteriore

Neurologie / Gehirn

Curcumin-Nanoliposome haben eine hohe Affinität zu Amyloid-ß-Peptiden und zeigen eine protektive Wirkung bei Alzheimer

  • Aktivität des Neurotransmitters Acethylcholinesterase wird gesteigert, die Gehirnaktivität wird gesteigert (in vitro)
  • Neuroprotektiv: erhöht Glutathion im Gehirn
  • verbessert die Gedächtnisleistung durch eine geringere Plaquebildung


Kardiologie

Kardiovaskuläres Präventivum

  • Curcumin wirkt Blutdruck senkend
  • antisklerotisch
  • antithrombotisch
  • die Thrombozytenbildung wird vermindert, das Gefäßendothel wird geschützt, genauso die Herzgefäße
  • gegen cerebrale Ischämie
  • senkt das Infarktrisiko durch Cholesterinsenkung, Blutverdünnung und Entzündungshemmung, bremst Prostaglandin- und Leukotriensynthese
  • senkt das Schlaganfallrisiko
  • bei Hypotonie mit frösteln und kalten Gliedern

Innere Medizin

Laut WHO: Kurkuma ist wirksam bei azider, flatulenter oder atonischer Dyspepsie
und Ulcus pepticum
Ausgehend von der Gallenflußförderung:

  • entkrampft Gelbwurz den Magen und den Darm
  • fettreiche Mahlzeiten werden leichter verdaut
  • die Magensaftsekretion wird gefördert
  • Übelkeit, Oberbauchbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen werden reduziert
  • Magensäure wird reduziert
  • dies hilft gegen Helicobakter pylori
  • Reizmagen; ulceroproduktiv: nach 12 Wochen 70% Besserung
  • Magentumor
  • entzündliche Magen-Darmerkrankungen, Verstopfung ebenso
  • wie Dyspepsie
  • Gallenblasenentzündung, antibakteriell
  • Gallensteine, vorbeugend
  • Anregung der Pankreasenzymbildung (Pankreaslipase, -amylase, Trypsin, Chemotrypsin)
  • LDL-Cholesterin wird bis zu 38% gesenkt, HDL-Cholesterin bis zu 73% erhöht, nach 30 Tagen
  • Triglyceride und VLDL wurden signifikannt gesenkt
  • die Lipoproteinlipase steigt an (Na LX et al.)
  • aktiviert die lipoprotektiv wirkende Paraoxonase (Esatbeyogla T et al.)
  • traditionell bei Gelbsucht eingesetzt (EMA/HMPC)
  • regt die Gallenproduktion- und Gallenauscheidung an
  • dadurch ist Gelbwurz hepatoprotektiv: bei erhöhten Alanin-Transaminasen, 2 x tgl. 2 Kapseln
  • Induziert die Glutathionbiosynthese (= antioxidativ) (Esatbeyoglu T et al.)
  • Induktion entgiftender Leberenzyme
  • hepatoprotektiv
  • Leberfibrose, cholestatischen Ursprungs, wird gebessert
  • bei Lebensmittelvergiftung entgiftend
  • bei Reizdarm, verbessert die Darmflora, reduziert Chlostridien
  • reduziert Darmpolypen, Darm-Ca Prophylaxe
    • wenn der Stuhl dünn und von harten Stücken durchsetzt ist
    • bei Colitis ulcerosa (griech. Übersichtsarbeit) wurden die Remissionsphasen verlängert (Hanai H et al.)
    • Mastdarmentzündung
    • Amöbenruhr, Bakterienruhr
    • ar-Turmeron hilft bei der Blutzuckersenkung
    • Insulinresistenz wird verringert, HOMA-IR 3 Monate 300 mg Curcuminoide (iranische Studie)
    • hilft zur Diabetes-Prävention 1500 mg/d (Chuengsamarn S et al.)
    • das Fortschreiten diabetischer Nephropathien wurde verzögert, Mikroalbuminurie wurde abgeschwächt (chin. Studie)

Frauenheilkunde

  • PMS, erhöht den Wachstumsfaktor BDNF bei Frauen mit PMS, z.B. Curcusol 2 Kapseln tgl.

Endokrinologie

  • Senkt erhöhten Östrogenspiegel (Tierversuch)

Es gibt Fallberichte von günstiger Beeinflussung der Hashimoto-Thyreoiditis

  • zur Tumorprophylaxe für Männer mit benigner Prostatahyperplasie
  • sowie für Frauen mit hohem familiärem Brustkrebsrisiko

Haut

  • Herpes simplex
  • Schuppenflechte (Antiga E) mit Gallesymptomatik
  • Fußpilz
  • Oraler Lichen Planus 6 g/d (Chainani-Wu N et al.)
  • Curcumin verbessert Strahlendermatitis (Ryan J et al.)

Orthopädie / Rheumatologie

WHO: Entzündungen und Schmerzen bei rheumatoider Arthritis. Gleichwertig zu Diclofenac, aber ohne Nebenwirkungen
Antioxidative Eigenschaften lindern

  • Gelenkschmerzen und Steifheit
  • wirkt chondroprotektiv
  • Kniearthrosebeschwerden wurden ähnlich stark gemindert (1.5 g/d Curcumin-Extrakt) wie durch 1.2 g/d Ibuprofen (Kupniratsaikul V et al.)
  • Rheumatoide Arthritis 500 mg Curcumin/d (Chandran B et al.)

Curcumin reduziert den Knochenabbau, auch wenn er durch Estrogenmangel bedingt ist

  • vermindert Kollagenabbau
  • bei Fibromyalgie ist die Besserung signifikant

TCM: „Steife des Schultergelenkes“

Immunologie / Allergologie

Curcumin 1 wirkt antioxidativ, antientzündlich durch Modulation antiinflammatorischer Signalwege

  • karzinogene Substanzen können sich weniger an die DNA anlagern und die Apoptose wurde unterstützt
  • lindert Nebenwirkungen der Chemotherapie (Belcaro G, Hosoi M et al.)
  • als Antiphlogistikum greift es in die Signalwege der Trankriptsionsfaktoren und in den Arachidonsäure-Metabolismus
  • reduziert zirkulierendes CRP (Curcusol nach 4-wöchiger Einnahme) (Shezhad a et al.)
  • der NO-Spiegel steigt an (Khor T et al.)
  • antiseptisch
  • Curcumin hat dem Cortison ähnliche Wirkung, ohne dessen Nebenwirkung; diese wird jedoch mit dem Verzehr der Knolle nicht erreicht (Saar-Universität 2016)
  • senkt oxidativen Stress nach Sport
  • zählt zu den am besten erforschten und wirksamsten biologischen Antioxidantien
  • wirkt antioxidativ, 35% mehr als b-Carotin, 23% stärker als Vit. E
  • verbessert Mukoviscidose bzw. zystische Fibrose
  • zytotoxisch gegen leukämische Lymphozyten
  • hilft die Chemoresistenz der Tumorzellen zu durchbrechen
  • die Krebszellmembran wird geschädigt, die gesunde Zellmembran wird stabilisiert
  • Metastasenbildung beim Mamma- und Prostatakarzinom wird gehemmt durch Apoptose
  • die adjuvante Gabe von Curcumin scheint die Standardtherapien bei behandelbaren Tumoren zu potenzieren (LMU)
  • TCM: „stärkt die Abwehr“, bes. wenn der Patient schwitzt und keine Besserung eintritt, bei Kälteabneigung

Kinder

Auch für Kinder konnte eine gute Verträglichkeit  bei

  • Colitis ulcerosa festgestellt werden, die Dosis lag bei 1000 – 4000 mg Curcumin täglich (Suskind D et al.)


Psyche

Chronische Müdigkeit

  • Melancholie bis hin zu Depressionen bei gestörter Leber- und Darmfunktion
  • Antriebsmangel
  • Depression, als Adjuvans
  • angstlösend (iranische Studie)

Dosierung / Anwendungsform

Neue Applikationsform auf Basis einer Mizellbildung
z.B. Curcutruw Kapseln 1 – o – 1; Curcumin-Loges  2 x tgl. 1 Kaps  (71 mg Curcumin); Curcusol, Curcuflex 2 x 2 – 3 Kaps. tgl.

Nebenwirkung / Kontraindikation

Die Bioverfügbarkeit von Curcumin wird durch Erhitzen um das 12-fache erhöht
Durch das Lösen in Öl oder Fett verbessert sich die Bioverfügbarkeit
Curcuflex wurde auf Basis einer Mizellbildung entwickelt
Cucurmin-loges ist ebenfalls an Mizellen gebunden, enthält 50,4 mg Curcuma-longa-Extrakt mit mind. 35,5 Curcumin sowie 10ug Vitamin D3
Das solubierte Curcumin besitzt eine 185-fache Bioverfügbarkeit: Curcusol, tgl. 1 g wirkt immunmodulierend
Die Verbindung mit Piperin kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führen und ist nicht erfolgversprechend
Frei von Nebenwirkungen selbst bei hohen Dosierungen bis zu 8 g täglich (LMU)
Kontraindikation: Verschluss der Gallenwege



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