Brennessel

Urtica sp.
Hauptwirkung

Gegen Entzündungen durch Stärkung der Bauchspeicheldrüse; ein biologisches Tonikum

Neurologie / Gehirn

Nervöse Zustände durch

  • allgemeine Erschöpfung und Stoffwechselschwäche
  • Arteriosklerose
  • Kopfschmerzen durch gestörten Metabolismus


Kardiologie

Durchblutungsfördernd:

  • kalte Füße: Fußbad
  • Gefäßverengung / Raucherbein: Fußbad mit der ganzen Pflanze, d.h. Wurzel und Kraut
  • Anämie/Eisenmangel
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Schwindel
  • Herzschwäche
  • Hypotonie (D. Hall)

Innere Medizin

Wirkt auf die

  • Bauchspeicheldrüse und alle damit zusammenhängende Krankheiten (W.D.Storl)
  • regt die Sekretion von Bauchspeicheldrüse und Galle an (Madejsky M)
  • Beschwerden in der linken Rippenregion (Burnett)
  • bei Diabetes: blutzuckersenkend
  • Blähungen (Dioskurides)
  • Schleim im Stuhl (J. Scudder)
  • blutiger Durchfall

Fördert die physiologische Säftebereitung im Magen

  • den Magen anregend
  • Aufstoßen, Erbrechen

TCM: „bei Leber-Chi-Stagnation“

Urologie

Antimikrobiell geg. UPEC-Stämme
Kraut:

  • hindert Beweglichkeit der E. coli bei bakteriellem Infekt des Harntraktes, auch die Hydrophobie der Oberfläche der E. coli nimmt ab
  • zur Durchspülungstherapie bei Entzündungen der ableitenden Harnwege
  • chronische Blasenentzündung (H. Felter)
  • Vorbeugung und Therapie bei Nierengries
  • Entgiftung / Ausleitung über die Niere
  • vermehrt die Harnsäureausscheidung
  • entsäuert
  • Nierenschmerzen (Burnett)
  • Wassersucht
  • Frühjahrskur

Wurzel:

  • erhöht das Miktionsvolumen
  • erniedrigt die Restharnmenge
  • antikongestiv
  • antiinflammatorisch
  • bei Reizblasenbeschwerden

Frauenheilkunde

Die Brennessel hilft bei

  • Eisenmangel, Erschöpfung, sexuelle Schwäche, ausbleibender Orgasmus (Madejsky M)
  • Amenorrhoe
  • Unfruchtbarkeit (De)
  • fördert bei stillenden Frauen die Milchbildung
  • bei Wasseransammlungen vor der Menstruation (De)
  • Wechseljahresbeschwerden (De)

Samen der Brennessel (Vitamin E haltig)

  • regen die Keimdrüsentätigkeit an

Die Wurzel hilft bei der

  • Reizblase

Endokrinologie

Wurzel wirkt antiandrogen und immunstimmulierend:

  • Prostataadenom
  • Restharn reduzierend
  • Prostatavolumen verkleinernd
  • mindert nächtliches, zu häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen
  • insgesamt den Uroflow verbessernd

SHGB – Bindungskapazität um 67 % veringert
Hemmung der Aromatase , reduziert die Umwandlung von Testosteron in Östratiol
Phytosterole hemmen die 5-a-Reduktase (diese wandelt Testosteron in 5-a-Dihydrotestosteron), d.h. hemmt das Prostatawachstum

Die Samen enthalten Vitamin E, linolsäurereiches, fettes Öl und Carotinoide

  • „reizen zum Beischlaf“ (Dioskurides)
  • vermehren die Spermien des Mannes (Madejsky M)
  • Haarwuchs fördernd

Haut

Wurzel:

  • Haarausfall: 1 Handvoll in 1/2 Liter Essig und 1/2 Liter Wasser 1/2 Stunde gekocht zur Einreibung, 1 x pro Woche

Kraut (Tee) fördert den Stoffwechsel (traditionell als „blutreinigend“ bezeichnet) dadurch hilfreich bei:

  • chron. juckendem Ekzem, auch wegen Leberstau
  • Ekzeme, rot und juckend
  • Nesselsucht: Tee mehrere Tassen tgl. oder 5 x 3 Tropfen Tinktur
  • Neurodermitis (+ Darmsanierung + Nachtkerzenöl Kapseln + Cefabene Salbe)
  • Verbrennung: z.B. Combudoron Tinktur 1 Tl auf 1 Esslöffel Wasser für Umschläge oder als Gel, beides ist sehr wirksam
  • Narbenentstörung
  • wundheilend, auch bei eiternden Wunden

Orthopädie / Rheumatologie

Antiphlogistisch, durch Zytokinhemmung, d.h. die Wirkung setzt auf frühester Stufe der Entzündung ein (Kraut):

  • bremmst Infiltration der Abwehrzellen ins Gewebe
  • besonders bei chronischer Entzündung
  • Rheuma 50 – 70 % Besserung (Tee, Kapseln, Tinktur etc.)
  • Beweglichkeit um 30 % besser
  • auch bei Distorsion

Silicium unterstützt zusammen mit Vitamin C die Kollagensynthese
Knorpelabbau durch Metallomatrixproteasen wird durch die Oxylipine gehemmt

  • günstig bei Arthrose
  • Tendinosen werden gebessert
  • Harnsäure gesenkt
  • Gicht wird durch vermehrte Diurese gebessert
  • Ischialgie:Vollbad mit 20 g Brennessel
  • Lumbago
  • Osteoporosevorbeugung (De)

Immunologie / Allergologie

Immunmodulierend, antioxidativ

  • bei Infektanfälligkeit
  • bakterielle und virale Infektionen
  • Leukotrien- und Prostaglandinsynthese inhibierend
  • Freisetzung proinflammatorischer Zytokine (TNF-a, IL-1b) wird vermindert
  • bei inneren Entzündungen Ödem ausschwemmend (Kneipp)
  • Mesenchym reinigend
  • Entzündung der Uvula / Gaumenzäpfchen (Dioskurides)
  • intermittierendes Fieber (Burnett)

Antiallergisch: z.B. Urtica-Sambucus comp. (Ceres)

  • Heuschnupfen
  • allergisches Asthma
  • chronische Bronchitis
  • Asthma

TCM: „vertreibt Lungen-Feuchte“



Geriatrie

Als allgemeines biologisches Tonikum wirkt die Brennessel, besonders der Samen, regelrecht verjüngend (Bürgi)

  • Entkräftung
  • Mangelzustände ( Eisen-, Vitamin-, Mineralstoff-  und Linolsäuremangel)

Psyche

  • Willensstärkung
  • Führung im eigenen Leben übernehmen
  • Selbstüberwindung
  • erstarrte Strukturen aufbrechen

Dosierung / Anwendungsform

Kraut:
1 TL der Pflanze (ca. 2g) mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, 3 – 5 Tassen tgl.
Tinktur: 3 x tgl. 5 – 10 Tropfen; z.B. Araniforce arthro Tropfen (mit Berberis vulg., Koloquinte D4, Rhus tox. D2 uns Acid. arsenicosum D4) gegen Rheuma, Gicht, Gelenkschmerzen
Brennesselmus: tgl. 50 g in 3 Portionen senkt C-Reaktives Protein, verbessert die Beweglichkeit und senkt den Schmerz um etwa 70 %
Auch der Frischpflanzenextrakt bringt gute Ergebnisse
Wurzel:
1 TL der zerkleinerten Wurzel mit 150 ml Wasser aufkochen, 1 Minute kochen un dann 10 Minuten ziehen lassen; 2 – 3 Tassen tgl.
Fertigarzneimittel, z.B. Brennesselwurzel Tabletten: Pro-Sabona uno

Nebenwirkung / Kontraindikation

Bei der Blattdroge sind keine Nebenwirkungen bekannt
Bei der Wurzel kamen gelegentlich leichte Magen-Darmbeschwerden vor



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