Wermut

Artemisia absinthium
Hauptwirkung

Fördert den Gallefluß und die Pankreassekretion, wirkt dadurch magenentlastend

Sinnesorgane

  • Augen stärkend: Augenspülung bei schwachen Augen, 1 Tl Tee mit 1 Tasse Wasser verdünnen

Neurologie / Gehirn

Zentral erregend, hat einen psychodelischen Effekt

  • resistenzsteigernd und tonisierend auf das ZNS
  • Thujon hat keine agonistische Wirkung am THC-Rezeptor. Es konnte eine inhibitorische Wirkung am Serotonin-Rezeptor nachgewiesen werden

Am GABA-Rezeptor konnte eine reversible Blockade nachgewiesen werden

  • bei nächtlichem Aufschrecken
  • angespannte Kiefermuskulatur (M. Wood)


Innere Medizin

Symptome die auf einen ungenügenden Gallenfluß, Dyskinesie der Gallenwege, hinweisen können:

  • bitterer Mundgeschmack
  • Mundgeruch
  • Aufstoßen, saures
  • Brechreiz
  • Appetitlosigkeit
  • Magendruck, Völle
  • Blähungen (auch in Mischung mit Fenchel, Kümmel, Anis und Wacholder: Heidelberger´s Kräuterpulver)
  • Fettverdauungsstörungen
  • Verstopfungsneigung
  • Gelbsucht
  • leichte Erregbarkeit (Ärger, Wut, Reizbarkeit)
  • rechtsseitige Migräne
  • frühzeitiges Altern (Neigung zu faltiger, trockener Haut)

 

Durch den verbesserten Galleflusswerden beeinflusst:

  • verdauungsbedingte Müdigkeit und Niedergeschlagenheit
  • hepatoprotektiv
  • Mb. Crohn, 3 x 500 mg! Kraut tgl. brachte einen steroidsparenden Effekt
  • Colitis ulcerosa, als add on
  • hat erregende Wirkung auf die glatte Muskulatur, Spul- und Madenwürmer austreibend, „wormwood“
  • Darmparasiten: Tee oder Tinktur, den After damit waschen
  • Amylase- und Lipaseproduktion steigernd
  • begleitend zur Darmsanierung
  • Rekonvaleszenz nach Operationen, nach Infekt
  • verbesserte Eisenresorption, bei Blutarmut/Anämie
  • bei schwachen Magen „den die Galle plagt“ (Dioskurides)
  • Bei verdorbenem Magen
    • „erwärmt und stärkt den kalten, schwachen Magen“

Hildegard von Bingen: „Bei Kater“

Frauenheilkunde

Krampfhafte Menstruationsbeschwerden

  • verstärkt die Durchblutung im kleinen Becken, Menstruation fördernd (abortiv nur in sehr großen Dosen)
  • fördert die Nachgeburt (TEN)
  • „Wermut ist eine vornehme Arznei für böse, gallsüchtige Weiber, die Ihren Leib beständig mit überlaufener Galle tränken und dadurch in mancherlei Krankheit bringen“ Zitiert nach Künzli J
  • in vorsichtiger Dosierung hilfreich bei Schwangerschaftsübelkeit: in Gentiana Magen Globuli (mit Enzian, Löwenzahn und Nux – vomica D4) (Madejsky)

Immunologie / Allergologie

  • Resistenzsteigernd, gegen Grippeanfälligkeit


Psyche

  • Hypochondrie, im traditionellem Sinn: Beschwerden unterhalb des Rippenbogens, Galle/Magen/Oberbauchbeschwerden
  • teilnahmslos,  interesselos, jede Lebendigkeit fehlt
  • stärkend bei psycho-vegetativen Schwächezuständen und Depressionen
  • steigert die Lebensfreude
  • Anorexie, add on
  • ß-Thujon wirkt psychodelisch, spasmolytisch, das ZNS tonisierend

Dosierung / Anwendungsform

1 Messerspitze pro Tasse Wasser, nur Teelöffelweise trinken oder Pulver, 3 x tgl. 1 Messerspitze, 1/2 Stunde vor dem Essen einnehmen
Möglich ist auch das Pulver auf die Nahrung zu streuen
Fertigarzneimittel:
Absinthium Nestmann (enthält noch Tausendgüldenkraut, Benediktenkraut, Krauseminzblätter, Wacholderbeeren, Anis, Fenchel)
Abdomilon N
Schwedenkräuter (nach Maria Treben)
Wermutpulver ist enthalten in Heidelberger´s 7 Kräuterpulver (mit Bibernelle, Fenchel, Kümmel, Anis, Wacholderbeeren) wirkt bei Blähungen und Verschleimung

Nebenwirkung / Kontraindikation

Wermut war Hauptbestandteil des Absinth und in den 20er Jahren in den USA und einigen europäischen Staaten verboten.
Thujone sind Nervengifte die in höherer Dosierung Verwirrtheit und Krämpfe hervorrufen können. Das isolierte ätherische Öl darf aus toxikologischen Gründen nicht angewendet werden, wässrige Auszüge sind unbedenklich. Thujon verursacht durch Hemmung des GABA-Rezeptors Exzitation und Krämpfe. Die Thujon-Konzentration in Absinth reicht nicht aus für eine Krampfsymptomatik. Bei chronischem Mißbrauch entsteht der sog. Absinthismus: Gefühl des Ameisenkriechens auf der Haut, Übelkeit, Erbrechen, gelbliches Kolorit, Anorexie, Schwindel, Sehstörungen mit heftigem Kopfschmerz, Persönlichkeitszerfall, Gedächtnisstörungen, Krämpfe, Paralyse und Tod.
Bei sehr hoher Dosierung (massiver Vergiftung) gibt es einen Einfluß auf den Cannabinoid-Rezeptor.
Mehr als 2 – 3 g der Droge pro Tag und längere Kuren von über 3 – 4 Wochen können zu zentralnervösen Vergiftungen führen.
Schwangere und Stillende sollten Wermut nicht einnehmen.
Kontraindiziert auch bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.



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